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 Weiterbildungsveranstaltung 2015


Donnerstag, 5. März 2015, Freie Evangelische Schule Zürich
Roger de Weck: «Digitalisierung, Globalisierung, Interaktivität – die Medienrevolution und die Wissensgesellschaft»

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Sein Auftritt ist unprätentiös, seine Meinung klar und deutlich. Bei allem bleibt er der Feinsinnige, Unaufgeregte. Dem Mann am Rednerpult ist etwas Grandseigneurhaftes eigen. Der Philosoph verbindet sich mit dem Medienunternehmer. Er redet frei, die Ablage vor ihm bleibt nackt. Er spreche, so de Weck, «in der stolzen Demut eines Journalisten». Noch nie habe er in über 40 Berufsjahren als Medienmann so viel Wandel in so kurzer Zeit erlebt. Auf diesen Wandel, auf die digitale Globalisierung sei die Schweiz mit Ausnahme der SRG nicht vorbereitet gewesen.

Radio- und TV-Kanäle habe man sich als fixes Menu vorzustellen, das Internet dagegen als à la carte-Angebot. Dem Internet entgegenzuhalten sei für kleinere und mittelgrosse Länder unmöglich, zu teuer sei eine Produktion. US-Serien würden CHF 75’000.– bis CHF 100'000.– pro Minute kosten und die Qualität sei nicht immer überzeugend. Nach zehn Jahren ohne Serien habe die SRG gewagt, den «Bestatter» zu realisieren – zu CHF 10'000.– pro Sendeminute. So etwas sei, ebenso wie die Nachrichten, ohne öffentliches Geld nicht zu machen. Erst die Steuergelder ermöglichten eine qualitativ hoch stehende, ausgewogene Berichterstattung.

De Weck lokalisiert in der Medienwelt drei grosse Herausforderungen: die Digitalisierung zu bewältigen, der Globalisierung Stand zu halten sowie Bild, Ton und Text miteinander zu verknüpfen. Dabei dürfe das Gebotene durchaus eine Mischung aus Vernunft und Vergnügen sein. Was für de Weck entscheidend ist: bei der Tradition der Aufklärung zu bleiben, dem Oberflächlichen mit Tiefe zu begegnen, dem zu Schnellen mit dem Bedächtigen. Bedächtigkeit gebe die Möglichkeit zum Denken und Bedenken.

Zum Schluss seiner Ausführungen, in denen der Gast eine beeindruckende Menge sowohl an Fakten wie auch an Zahlenmaterial ausbreitet, nicht ohne gelegentlich einen feinen Humor durchschimmern zu lassen, rät er den rund hundert Pädagoginnen und Pädagogen im Saal, es sich zu keiner Zeit bieten zu lassen, schlecht geredet zu werden. Das verbinde sie mit den Medienleuten. (RK)

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